19.03.05 13.19 Uhr DT


Tja, jetzt sind wir schon wieder eine ganze Strecke von Romania, Joe und dem Casa Onisim entfernt... Das war echt eine super Woche. Ich werde den Glasaugengeiger, die Dacia und den Bernhardiner sicher nicht mehr vergessen. Das Essen gestern war echt gut. Danach ging's zum letzten Mal durchs Hoftor (ein Abschiedswort von Georg und Grüße an alle!). Da die Uhr im Auto noch die deutsche Zeit hatte, was allerdings niemand beachtete, wurde es ein wenig spät: 1.30 Uhr schlug es schon als mein Sofa mich endlich wieder hatte. Aber man ist ja nur einmal in Rumänien, da muss man die Zeit nutzen. Jetzt jagen wir über glatte Autobahnen der Heimat entgegen.

Germania, wir lieben dich!

Christine


Geschafft!
Ende der Reise... und lustig war's!


03.05.05 21.09 Uhr DT


Daheim!

Tja, wir sind wirklich wieder wohlbehalten und in Rekordzeit zu Hause angekommen. Ergebnis der Reise: voller Erfolg!

Dem aufmerksamen Betrachter mag auffallen, dass das Datum im Vergleich zu den anderen etwas merkwürdig, da deutlich später, ist. Eigentlich hatte ich ja vor gleich nach unserer Ankunft ein Fazit über unsere Reise zu schreiben. Das ganze verschob ich dann aber auf den nächsten Tag, dann auf die nächste Woche... Jetzt wärend der Aufarbeitung, Abtipperei und Codierung komme ich natürlich nicht daran vorbei dieses große Versäumnis nach zu arbeiten.

Was kann man also abschließend zu dieser Reise, an der von vielen Seiten Zweifel gehegt wurden und in die wir, die Reisenden selbst, auch nicht ohne Vorurteile gegangen sind. Gerne erinnere ich mich an unsere pre-Reisegespräche, deren Kernpunkt eigentlich größtenteils war, wie wir es schaffen nicht 5 mal ausgeraubt zu werden und unser Auto wieder heil nach Deutschland zu bringen. Die Realität sah wahrlich anderst aus. Zwar wird einem schon etwas anderst wenn man über die Grenze fährt und erstmal gar nicht sieht. Weite, kahle Flächen soweit das Auge reicht. Land einwärts das gleiche Bild: marode Strassen, ab und zu heruntergekommene Fabriken und viel Staub. Ab und zu passiert man ein Dorf. Ein Großteil der Häuser sieht mitgenommen und veraltet aus. Dann ab und an, wie eine Oase in der Wüste, ein modernes Kaufhaus. Vorboten des Kapitalismus. Doch so schnell diese auftauchen, verschwinden sie auch wieder in den weiten, kalten Flächen. Weiter geht die Fahrt Land einwärts. Die Landschaft wird schöner. Grüne Hügel, fast etwas bergig, doch auch hier weit und breit nichts ausser grossen, unbebauten Flächen. Dann kehr der Staub zurück. Man beginnt langsam Zweifel zu hegen, wie sich dieses Land in der EU als gleichgestellter Partner präsentieren soll. Vergleiche mit der Heimat steigen einem in den Kopf: Wärend sich bei uns viele den Kopf zerbrechen, wie man wohl möglichst schnell unsere sicheren Atomreaktoren abschalten kann, wird man hier munter auf der Schnellstrasse mitten durch die alten Reaktoren Typ „Tschernobyl“ gejagdt. Links der Reaktor, rechts die Kühltürme, weit und breit keine einzige Blume. Aber niemand der sich beschwert... die Leute scheinen andere Probleme zu haben.

Wärend unserem Aufenthalt hatten wir das Glück, mit vielen verschiedenen Leuten in Kontakt zu treten. Wie bei uns gibt es auch hier verschiedene Schichten, nur unterscheidet sich die Verteilung. Wo bei uns der Mittelstand steht, dominiert hier die Arbeiterklasse. Und hier, wo Gewerkschaften in den Fremdwörtetkatalog gehören, ist Arbeit noch Arbeit. Keine Verhandlungen über jährliche Lohnerhöhungen oder feste Arbeitszeiten. Wenn die Arbeit da ist, muss sie erledigt werden. Arbeit haben bedeutet leben. Einer der Feldarbeiter lacht mich an. Er hat noch 3 Zähne im Mund. Bei umgerechnet 60 € Lohn im Monat hat man besseres zu tun als sich den Zahnarzt zu leisten.

Doch die Arbeiter sind zufrieden, haben sie doch Arbeit und Geld, frei dem Motto: Lebe den Tag. Selbiges spiegelt sich auch auf die Gastfreundschaft wieder, freundlich und zuvorkommend, keine Spur von Neid oder Gier. In einer Welt, in der materielle Dinge nur bedingt existieren, hat die zwischenmenschliche Beziehung noch einen anderen Wert.

Was hat mir nun diese Reise gebracht? Wiedersehen mit alten Freunden, neue Welten entdecken und jede Menge Spass, doch nicht zuletzt auch Erfahrungen, die einen wieder einmal daran erinnern, wie gut es uns doch geht. Spätestens seit dieser Reise ist mir mal wieder klar geworden: Probleme sind relativ.


Abschließend will ich mich noch bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass diese Reise ein voller Erfolg wurde. Dazu zählen neben meinen 3 Mitreisenden vor allem auch unser Gastgeber Joe, der im Vorhinein alles vorbereitet und geplant hat. Ebenfalls großer Dank gebührt Joes Zivi-Kollegen und Mitarbeitern, die uns die Woche ohne zu meckern ertragen haben ;) Danke für die tolle Zeit!


Im Anschluss gibt's jetzt noch ein paar Bilder die sich leider nirgends sinnvoll in die Berichte einbauen ließen, die ich aber auch nicht einfach unter den Teppich kehren will. Ansonsten danke ich für eure Aufmerksamkeit und für Kommentare/Kritik stehe ich natürlich wie immer gerne offen.


Viele Grüße Tim



Der Spielplatz des Casa Onisim.
Joe wie immer mitten drin statt nur dabei!


Damit die Situation nicht missverstanden wird: Christine zwang die Jungs keinesfalls zum Foto, die beiden bettelten sogar förmlich darum...


...aber auch beim zweiten Versuch sah es nicht wesentlich motivierter aus.


Leckeres Frühstück!


Ohne Worte!


Das Dacia Bandfoto nochmal mit anderer Besetzung


Und zum Abschluss nochmal Dagos Loch im Socken.
Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit! :)



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